PDC: European Championship: 30. Okt. - 02. Nov. 2008
Sonntag, 2. November 2008 - Finaltag
Alle Ergebnisse vom Finaltag der PDC European Championship im Südbahnhof von Frankfurt am Main, die mit einem Erfolg von Phil Taylor zu Ende gingen.
Viertelfinale
Robert Thornton - Ronnie Baxter 9:5
Phil Taylor - Mark Walsh 9:5
Adrian Lewis - Raymond van Barneveld 9:2
Peter Manley - Alan Tabern 9:4
Halbfinale
Phil Taylor - Robert Thornton 11:7
Adrian Lewis - Peter Manley 11:7
Finale
Phil Taylor - Adrian Lewis 11:5
Die Spiele des Viertelfinales
Robert Thornton - Ronnie Baxter 9:5
Robert Thornton hat zum ersten Mal seit seinem Wechsel zur PDC vor knapp einem halben Jahr das Halbfinale eines PDC Major Turniers erreichen können. Nach Erfolgen über John Part und Mensur Suljovic konnte sich The Thorn auch gegen Ronnie Baxter durchsetzen.
Das erste Leg der Partie ging an Ronnie Baxter, der wie am Freitag die Wettbewerbe eröffnete. Robert antwortete mit sicheren Treffern auf die Doppel und holte sich die nächsten drei Legs.
Obwohl Robert dann eine 180 warf, konnte Ronnie mit einem 100er Finish verkürzen. Das nächste Leg war dann etwas schlechter, konnte aber von Robert gewonnen werden, der den nächsten Durchgang mit sechs perfekten Darts eröffnen konnte und ihn sich mit einer Doppel 6 auch holen konnte.
Das nächste Leg eröffnete Robert dann mit 180 und 140 und checkte dann sicher zu einer beruhigenden 6:2 Führung. Auch wenn Ronnie die nächsten beiden Legs gewinnen konnte, blieb Robert auf Kurs und hatte bereits im dreizehnten Leg seinen ersten Matchdart. Er vergab die Chance, doch der Sieg war damit nur um ein Leg verschoben.
Phil Taylor - Mark Walsh 9:5
In der nächsten Partie wurde der Halbfinalgegner von Robert Thornton in der Partie zwischen Phil Taylor und Mark Walsh ermittelt. Phil Taylor hatte am Vortag mit dem sensationellen Average von 113,9 gegen Mervyn King gewonnen und konnte diese Form halten.
Mit 2:0 und 3:1 ging Phil in Führung, bevor Mark mit zwei Legs in Folge ausgleichen konnte. Doch wie so oft in solchen Situationen konnte The Power einen Gang zulegen und schaffte die Vorentscheidung in dieser Partie mit vier Legs in Folge.
Zwei der nächsten drei Legs gingen dann an Mark Walsh, nachdem Phil Taylor knapp ein 164er Finish zum Match verpasst hatte. Mit einem 13 Darter zog Phil Taylor, dieses Mal mit einem Average von 103,26 (Mark 98,84) in das Halbfinale ein.
Adrian Lewis - Raymond van Barneveld 9:2
Nun folgte die beste Partie des Viertelfinales und es wurde eine Demonstration von Adrian Lewis. Raymond van Barneveld hatte gute Leistungen in dieser Woche gezeigt und durfte aufgrund seiner Platzierung in der Order of Merit auch als leichter Favorit gehandelt werden.
Doch er traf heute auf einen wie entfesselt spielenden Adrian Lewis, der seine bisher beste Leistung vor laufenden Kameras zeigen konnte. Am Ende hatte Barney einen Average von 102,48 und verlor glatt mit 2:9 gegen Adrian, der auf 108,62 kam. Solche Werte kennt man normalerweise nur von Partien mit der Beteiligung von Phil Taylor.
Adrian war von der ersten Sekunde an in Höchstform und eröffnete die Partie mit einem 127er Finish, bevor er sich das nächste Leg mit einem 10 Darter holen konnte.
Es folgten drei Scores von 100+ im nächsten Leg, doch diesen konnte sich Raymond sichern. Es folgten Finishes von 106 und 122 durch Adrian, bevor Raymond sein letztes Leg gewinnen konnte.
Das nächste Leg ging dann an Jackpot, der in den folgenden drei Legs fünf 180er warf und einen 11 Darter zum 8:2 spielen konnte. Mit einem 83er Finish zum 14 Darter sicherte sich Adrian dann das Halbfinale.
Peter Manley - Alan Tabern 9:4
Im letzten Viertelfinale konnten die zuvor gezeigten Leistungen nicht ganz gehalten werden. Dies durfte Peter Manley aber ziemlich gleich gewesen sein, denn er zog mit dem Erfolg über Alan Tabern zum ersten Mal seit längerer Zeit wieder in das Halbfinale eines Major Turniers ein.
Nun kommt es sogar im Spiel gegen Adrian Lewis zu einem Endspiel, der Sieger der Partie zieht nicht nur in das Finale der PDC European Championship ein, er ist auch gleichzeitig der letzte Teilnehmer für den Grand Slam of Darts. Das vorletzte Ticket konnte sich Alan Tabern trotz der Niederlage sichern, da er der erste Nachrücker war und er das Glück hat, dass Phil Taylor und Robert Thornton bereits sicher beim Grand Slam sind.
Alan Tabern hatte einen guten Start in die Partie und führte mit 3:0. Doch dann brach das Spiel von The Saint zusammen und Peter Manley konnte acht Legs in Folge gewinnen. Alan holte sich zwar noch ein weiteres Leg, doch mit einem 14 Darter sicherte sich One Dart das Halbfinale.
Die Halbfinal-Spiele
Phil Taylor - Robert Thornton 11:7
Robert Thornton durfte dann zum ersten Mal in seiner Karriere das Halbfinale bei einem PDC Major Turnier bestreiten und hatte dabei mit Phil Taylor dir höchstmögliche Hürde auf dem Weg in das Finale vor sich.
Robert konnte seine starke Leistung in diesem Tagen noch einmal steigern und hatte am Ende einen Average von über 103. Doch solche Leistungen reichen im Moment nicht, um The Power schlagen zu können. Mit 113,33 konnte Phil seine Leistung aus der Partie gegen Mervyn King bestätigen und erneut Maßstäbe setzen.
Das Spiel begann wie erwartet mit einer 4:1 Führung und Finishes von 125 und 123 von Phil Taylor, doch dann drehte Robert auf und zeigte, dass er nicht umsonst im Halbfinale steht. Robert holte sich vier Legs in Folge und führte nun mit 5:4.
Zum 4:4 spielte Robert einen 11 Darter und mit einer Doppel 20 sicherte er sich zum ersten Mal die Führung, die er bis zum 7:6 auch halten konnte. Fünf Legs in Folge gab es kein Break, wobei Phil „seine“ Legs in 12, 11 und 12 Darts gewinnen konnte und Robert mit Finishes von 121 und 100 dagegen halten konnte.
Beim Stand von 7:7 schaffte Phil Taylor dann das für ihn wichtige Break, als er die Doppel 5 mit seinem dritten Dart auf Doppel traf und Robert auf einem Finish stand. Nun lief es wieder bei The Power, der sich auch die nächsten drei Legs in jeweils 14 Darts sichern konnte und somit der erste Finalist der PDC European Championship war.
Adrian Lewis - Peter Manley 11:7
Adrian Lewis konnte zum ersten Mal seit 2006 wieder in das Finale eines Major Turniers einziehen. Adrian konnte bei seinem Erfolg über Peter Manley allerdings nicht an seine brillante Leistung vom Viertelfinale gegen Barney anknüpfen.
Für Peter Manley und Adrian stand allerdings auch eine Menge auf dem Spiel. Der Sieger dieser Partie würde nicht nur um die erste Krone der PDC European Championship gegen Phil Taylor kämpfen, er würde auch den letzten freien Platz beim Grand Slam of Darts bekommen.
Für Adrian hatte der Halbfinalerfolg noch einen weiteren Vorteil, er wird nach diesem Turnier auf Platz 6 der Order of Merit stehen und hat somit gute Karten auf die kommende Premier League Saison, an der die Top 6 der PDC sicher teilnehmen.
Beide Spieler gaben sich keine Blöße und bis zum 7:7 war die Partie ausgeglichen. Auch diverse Break wurden umgehend gekontert und so sah es lange Zeit nach einer Verlängerung aus. Doch in den letzten vier Legs konnte Adrian noch einmal die Zügel anziehen und mit dem nötigen Quantchen Glück in das Finale einziehen.
Das Finale
Phil Taylor - Adrian Lewis 11:5
Nun kam es also zum Duell des Meisters gegen seinen Ziehsohn, wie viele die Beziehung von Phil Taylor und Adrian Lewis bezeichneten, bevor Jackpot in den letzten Jahren seinen eigenen Weg ging.
Nach den Leistungen in dieser Woche konnte man Adrian wohl eine Chance geben, doch dazu musste er einen Phil Taylor schlagen, der bis dahin einen Turnieraverage von knapp unter 110 gespielt hatte.
Mutig ging Adrian in die Partie und konnte sich mit einem 68er Finish zum 15 Darter auch das erste Leg holen. Phil war noch nicht im Spiel und so schaffte Adrian mit einem 13 auch das Break zum 2:0.
Doch nun war Phil Taylor zur Stelle und er legte spielerisch zu. Er warf seine erste 180 in diesem Finale und holte sich mit einem 13 Darter gleich das Rebreak. Adrian wird sich wohl noch lange über dieses Leg ärgern, denn er hatte zwei Darts auf Doppel 10 zu einem möglichen 3:0.
Nun war Phil richtig in der Partie und er legte gleich nach. Erst sicherte er sich das 2:2 und mit einem weiteren Break schaffte er die psychologisch wichtige Führung vor der ersten Pause.
Nun konnte Adrian in den folgenden fünf Minuten in Ruhe über seine vergebenen Chancen zum 3:0 nachdenken und der Plan von Phil Taylor ging auf. In der zweiten Session gewann The Power vier der fünf gespielten Legs und es ging mit einem 7:3 für Phil in die zweite Pause.
Ein weiterer Knackpunkt für Adrian war das neunte Leg, als er bei 107 Rest nach einer Treble 19 die einfache 10 verpasste und Phil somit ein weiteres Break ermöglichte. Man muss aber auch fairer weise sagen, dass The Power zu diesem Zeitpunkt wieder auf Topniveau spielte und keinen Dart auf Doppel vergab.
Nach der zweiten zeigte sich Adrian weiter kämpferisch und holte sich das 4:7 mit einem 14 Darter. Im nächsten Leg warf Adrian 139, 180 und 105, stand dann aber auf 77 Rest, als Phil Taylor nach 180, 136 und 137 zum 11 Darter checken konnte.
Im nächsten Leg vergab Adrian einen Dart auf Doppel 20 und so hatte Phil die Chance zu einem weiteren Break, doch er verpasste knapp die Doppel 12 zum 103er Finish. Da Adrian aber die Möglichkeit nicht nutzte und auf 7 Rest endete, checkte Phil zum 17 Darter und zum 9:4. Bei seinem 102er Finish zum 15 Darter dass der Dart dann erneut in der Mitte der Doppel 16 und Phil war nur noch ein Leg vom Titel entfernt.
Nachdem Adrian dann ein 116er Finish verpasst hatte, bekam Phil drei Darts auf Doppel 12 zum Sieg, doch der erste Dart saß dermaßen unglücklich knapp neben dem Doppel, dass Phil die drei Chancen zum Match nicht nutzen konnte. So konnte sich ein erstaunter Adrian Lewis mit einem 17 Darter noch in die dritte Pause retten.
Doch Phil hatte den Aufschlag nach der Unterrechung und er untermauerte gleich mit einer 174, dass er das Spiel nun schnell beenden wollte. Nach dem fünften Dart war er kurz sauer, dass er sich nicht mit einem perfekten Leg den Titel holen konnte, doch nach Scores von 100 und 93 hatte Phil 134 Rest. Adrian hatte zu diesem Zeitpunkt schon aufgegeben. Phil traf die Treble 20 und die Treble 14, verpasste dann aber zum ersten Mal in diesem Spiel die Doppel 16.
Doch in der nächsten Aufnahme nutzte Phil dann seinen fünften Matchdart und holte sich mit einem 13 Darter den ersten Titel bei der PDC European Championship. Phil Taylor hat in dieser Woche wieder einmal eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass er den Sport mittlerweile auf eine neue Stufe gebracht hat.
Damit gingen vier hochklassige Tage im Frankfurter Südbahnhof zu Ende, die den Zuschauern weltweit gezeigt haben, dass man in Deutschland hochwertige Major Turniere ausrichten kann und auch Spieler hat, die auf dem Sprung zur Weltspitze sind.
Quelle: GDC - German Darts Corporation